Gedächtnis

Grundlagen zum Einsatz der Lernkarteien

Grundsätzliches zum Thema Gedächtnis.

Da Gehirn des Menschen besteht aus Milliarden von Nervenzellen, die wiederum jede mit einer Vielzahl anderer Nervenzellen verbunden sind.
Das gesamte Netzwerk macht unser Gedächtnis und letztlich unsere Intelligenz aus.

Um Informationen in unserem Gehirn zu speichern, werden vereinfacht ausgedrückt zwei Verfahren angewandt. Die erste Form der Speicherung ist auf elektrochemischer Basis durch den Aufbau von neuronalen Verbindungen zwischen den Gehirnzellen.
Eine längerfristige Speicherung erfolgt durch den Aufbau von Proteinen, die eine viel längere Lebensdauer besitzen.

Wie schnell und wie dauerhaft eine Information im Gehirn gespeichert wird, hängt zum einen von der Anzahl der Wiederholungen und zum anderen von der Intensität der Speicherung ab.

Die Anzahl der Wiederholungen zum Dauerhaften Speichern beträgt 5 vollständig gewußte Wiederholungen in klar definierten Zeitabständen (mehr dazu weiter unten). Nicht 3x und nicht 10x.

Die Intensität der Speicherung ergibt sich z.B. durch die Wichtigkeit, mit der die Information für das Gehirn belegt wird oder auch durch Emotionalität (beispielsweise durch bildhafte Vorstellung oder durch Einbindung anderer Sinneseindrücke wie schmecken, fühlen oder riechen). Einfache und einleuchtende Beispiele für intensive Wissensspeicherung ist der erste Kuss oder der erste Kontakt mit einer heißen Kerzenflamme. Hier reicht zur dauerhaften Speicherung schon eine einzige Wiederholung aus, die allerdings von einer starken Intensität ist.

Neue Informationen werden vom Gehirn zunächst in Form von neu angelegten neuronalen Verbindungen gespeichert. Diese haben eine "Haltbarkeit" von ca. 1 Tag. Wenn Sie die Informationen dann nicht wiederholt haben, werden Sie vermutlich wieder gelöscht.

Es empfehlen sich folgende Zeitabstände beim Lernen:

Zeitabstände

Intensives Erst-Lernen  maximal 20 Minuten lang, dann 5 Minuten Pause 
kurzes Wiederholungslernen   Innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Erst-Lernen. Neuronale Verbindungen werden verstärkt. 
5-maliges gewußtes Repitieren   Innerhalb von maximal einer Woche, Zeitraum nicht kürzer als 3 Tage.  
Dauerhaftes Fixieren  Nach ca. 6 Monaten sollte das Wissen noch einmal kurz komplett wiederholt werden. 
Wiederauffrischung von "Vergessenem"  Wenn die 6-Monats-Wiederholung ausgeblieben ist, werden nach 1 Jahr ca. 20-25% des Wissens nicht mehr abrufbar sein. Es genügt aber ein kurzes einmaliges Wiederholen, um die Information wieder für mindestens 6 Monate verfügbar zu machen. 

Es lohnt sich, das Wissen mindestens 5-mal zu repitieren.

Denn dann ist das Wissen dauerhaft im Gehirn verankert, es haben sich Proteine gebildet, die das Wissen für mindestens 1 Jahr sofort abrufbar halten.

Nach 1-2 Jahren werden ca. 20-30% des Wissens nicht mehr direkt verfügbar sein. Da die Speicherung aber dauerhaft erfolgte, reicht hier eine einmalige Wiederholung aus, um das Wissen wieder für Monate zu reaktivieren.

Werfen Sie daher Ihre Karteikarten nicht weg, es sei denn, Sie sind ganz sicher, dass Sie das Wissen nie mehr benötigen werden.
Ansonsten schauen Sie sich die Karteikarten im Abstand von ca. 6 Monaten noch eimal im Schnelldurchlauf an. Die kurze Wiederholung reicht in der Regel aus, um das Wissen aktiv zu halten. Dieser Vorgang nimmt nicht viel Zeit in Anspruch.